C I-Juniorinnen – Abenteuerreise ohne Happy End

An Fronleichnam wartete auf unsere C-Juniorinnen der absolute Saisonhöhepunkt. Mit Auswärtssiegen bei GW Welldorf-Güsten (4:0, Kreisligist), TSV Wolsdorf (4:0, Bezirksligist) und Rheinsüd Köln (3:1, Mittelrheinligist) hatten sich unsere Mädels einigermaßen souverän ins Finale des Verbandspokals gespielt. Dort wartete kein geringerer Name als die Alemannia aus Aachen, die im Ligabetrieb mit einer reinen U 15 in der U 17-Mittelrheinliga spielt. Die Aachenerinnen hatten sich zudem noch mit drei Spielerinnen aus der U 17-Regionalligamannschaft verstärkt und galten demzufolge als haushoher Favorit. Doch dazu später.

Der Bedeutung des Anlasses angemessen machte sich die Mannschaft mit ihren Fans am frühen Donnerstagmorgen im Reisebus auf den Weg nach Düren-Arnoldsweiler. Doch 7 Kilometer vor dem Ziel ging erstmal der Bus kaputt. Die Zeit bis zum Eintreffen des Ersatzbusses nutzten Trainer Ari Bedrosoglu schon mal zur Taktikbesprechung und die Mädels zum Umziehen. Nach einer Dreiviertelstunde dann die Weiterfahrt im Linienbus (!), sodass die Karawane noch halbwegs rechtzeitig auf der altehrwürdigen Platzanlage von Viktoria Arnoldsweiler eintrudelte. Kurzes Aufwärmprogramm auf ungewohntem Naturrasen (übrigens in einem bedauernswerten Zustand), und schon geht es los vor einer ansehnlichen Kulisse von bestimmt 150 Zuschauern.

Gleich zu Beginn der Partie ist zu spüren, dass die Merlerinnen sich an diesem Tag einiges vorgenommen haben. Sie spielen mutig nach vorn, bleiben aber erstmal an der souveränen Abwehr des Gegners hängen. Dann die erste Schlüsselszene des Spiels: nach einem langen Ball in den Rücken unserer Abwehr gewinnt Jule ihr Laufduell und erobert ganz stark den Ball. Doch sie wird unweit der Eckfahne klar gefoult, weder Linien- noch Schiedsrichterin sehen etwas. Da unsere Abwehr bereits im Vorwärtsgang ist, kann die gegnerische Stürmerin ungehindert zum Strafraumeck marschieren und schießen. Zu allem Überfluss
senkt sich der Ball hinter Jenny an den Innenpfosten und geht ins Tor. Dieses 0:1 in der 3. Spielminute, ein irreguläres und auch noch glückliches Tor, versetzt unseren Mädels einen Nackenschlag, von dem sie sich nicht so schnell erholen. Die bärenstarken Aachener Mädchen wittern ihre Chance und legen mit einer
schönen Kombination nach, 0:2. Und kurz vor der Pause noch das 0:3.

Wer jetzt das Spiel für entschieden hält, kennt unsere Mädels aber schlecht. Nach einer leichten taktischen Neuausrichtung wird in der zweiten Halbzeit Alles oder Nichts gespielt. Und die Amselstädterinnen belohnen sich schnell für ihren Kampfgeist. Durch starkes Pressing in der gegnerischen Hälfte erobert Lara den Ball und vollendet von der Strafraumgrenze zum 1:3. Jetzt schalten die Merlerinnen noch einen Gang hoch, geraten jedoch auch mehrfach in höchste Abwehrnot. Insbesondere die Aachener Nr. 9 – eine Auswahlspielerin, wie viele in den Aachener Reihen – ist im Mittelfeld kaum in den Griff zu bekommen und setzt ihre Stürmerinnen immer wieder gekonnt in Szene. Doch Jenny rettet mehrfach glänzend und hält uns im Spiel.

Dann die nächste Schlüsselszene: Maya schafft es endlich mal, ihre Schnelligkeit auszuspielen. Sie schüttelt ihre Gegenspielerin ab und sprintet von der Mittellinie mit Ball frei aufs Tor zu. In letzter Sekunde wird sie jedoch mit vereinten Aachener Kräften leicht abgedrängt und trifft deshalb mit ihrem schönen Schuss nicht ins Tor, sondern nur knapp das Außennetz. Dies hätte das 2:3 sein können, wer weiß wie es noch weiter gegangen wäre. Doch kein Tor, sondern im Gegenzug in der 54. Minute der vierte Aachener Treffer. Damit ist der Siegeswille unserer Mädchen nun doch gebrochen, die nach einer langen und kräftezehrenden Saison nicht mehr viel zuzusetzen haben. Das 1:5 in der letzten Spielminute ist
dann nur noch Statistik.

Am Ende müssen sich unsere Mädels nach einem zwar etwas unglücklichen Spielverlauf, aber doch leistungsgerecht einer in allen Belangen überlegenen Aachener Mannschaft geschlagen geben, die absolut zu Recht den Mittelrheinpokal mit nach Hause nehmen darf. Doch die Enttäuschung auf Amselstädter Seite währt nur kurz. Vielmehr überwiegt die Freude über die Teilnahme an diesem Endspiel, das – soweit die Archive zurückreichen – nicht mehr und nicht weniger ist als der größte Erfolg, den C-Juniorinnen in der Vereinsgeschichte des SV Rot-Weiß Merl je errungen haben. Super gemacht Mädels, wir sind sehr stolz auf Euch (und die Rückfahrt mit einem richtigen Bus – Nr. 3 an diesem Tag – ganz ohne Panne habt Ihr Euch auch verdient)!

Dies war aber noch nicht der Schlusspunkt einer großartigen Saison. Auch in der Mittelrheinliga sind unsere C-Mädchen noch vorn dabei und haben mit drei Auswärtsspielen beim 1. FC Köln, Bayer Leverkusen und Fortuna Köln noch ein amtliches Restprogramm vor sich. Wir sind gespannt, ob die Mädels diese Dauerbelastung von vier Hammerspielen in 11 Tagen wegstecken.

Für den SV Rot-Weiß Merl spielten: Jenny, Achi, Angelina, Anthea, Aylin, Dania, Ella, Emilia, Emma, Jule, Lara, Maya, Nicola, Noemi, Sila, Toni

(Bericht: Sascha Petzold)

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