Vereinsgeschichte

Über den SV Rot-Weiß Merl

Mit dem Zuzug von Alfred Engel, unserem langjährigen Ehrenvorsitzenden, der um die Jahreswende 1927/28, als 223. Bürger nach Merl gezogen war, bildete sich in Merl schnell eine erste 11 Mann umfassende Gruppe von Fußballspielern, die schon damals mit roter Hose und weißem Hemd auflief.

Zunächst war man auf die Sportplätze der Gegner angewiesen, da kein eigener Sportplatz zur Verfügung stand. Als Trainingsplatz hielt eine lichte Stelle im Merler Kottenforst östlich der Merler Bahn her, die auch als “Sportplatz“ bezeichnet wurde; mit Ausbruch des Krieges wurde der Sportbetrieb 1939 vollständig eingestellt.

Im März 1946 war es dann soweit: 14 Bürger gründeten am 30. März den SV Rot-Weiß Merl. In den ersten Jahren veranstaltete der Verein Theaterabende, Kirmesfeiern und Sportfeste im Ort, wodurch die angestrebte enge Einbindung in das Dorfleben verdeutlicht wird. Sportlich hatte man zunächst mit den vielerlei Schwierigkeiten zu kämpfen: so besaß der Verein in den ersten Wochen weder einen Fußball noch Fußballschuhe.

Es wurde in langen Hosen und alten Schuhen bei Vereinen gespielt, die über einen Ball verfügten. Im Mai 1946 konnte Alfred Engel sieben rote Fahnen aus der sowjetischen Besatzungszone „organisieren“, aus deren Stoff Berta Franke die ersten 14 Hosen des Vereins schneiderte. Für den Kauf von Trikots war kein Geld vorhanden, so dass die ersten Spiele in weißen Unterhemden oder abgelegten Oberhemden bestritten wurden.

Vereinsgeschichte

1947 wurde dem SV Rot-Weiß Merl von der damals noch eigenständigen Gemeinde Merl ein 7500 Quadratmeter großes Gelände zur Verfügung gestellt, das an der Merler Bahn lag. In Gemeinschaftsarbeit mit der Gemeinde entstand hier der erste den Fußballregeln entsprechende Sportplatz. Bei damals 300 Einwohnern zählte der SV Rot-Weiß Merl 86 Mitglieder, wobei bereits 40 Jugendliche aktiv waren. In die Saison 1947/48 startete der Club mit zwei Herren- und einer Jugendmannschaft. Auch das Trikotagenproblem konnte gelöst werden.

Rot-Weiß Oberhausen hatte bei einer Weberei in Mönchengladbach weiße Trikots, rote Hosen und weiße Stutzen in Auftrag gegeben. Als Gegenleistung benötigte die Weberei dringend Briketts für ihre Belegschaft. Da Oberhausen aber nur Steinkohle liefern konnte, hielt die Weberei die Trikots zurück. Alfred Engel war im Rheinischen Braunkohlerevier tätig; er konnte die geforderten zwei Tonnen Briketts beschaffen und durfte die Trikots entgegennehmen. Als Vereinssymbol wählte Alfred Engel eine Amsel – die “Merle“ – die als Abzeichen auf die Trikots genäht wurde.

1971 errichtete die Stadt Meckenheim im Steinbüchel einen neuen Sportplatz, der zwei Jahre später auf Initiative des damaligen Geschäftsführers und späteren langjährigen Vorsitzenden, Friedrich Nöhring, mit einer Drainage und einem Tennenbelag versehen wurde. Am 19. Dezember 1972 erfolgte die Eintragung des SV Rot-Weiß Merl in das Vereinsregister beim Amtsgericht Rheinbach. Die Voraussetzungen für den weiteren Ausbau des Sportvereins wurden 1976 mit der Fertigstellung des Rasenplatzes und der so genannten Außenumkleide neben dem Tennenplatz geschaffen.

Im Dezember 2005 beschloss der Rat der Stadt Meckenheim auf Antrag des Vereins die Umbenennung der Sportanlage auf dem Steinbüchel in Alfred-Engel Sportanlage. Auch die neue Sportanlage in der Gerhard-Boeden-Straße, die am 18.08.2012 offiziell eingeweiht worden ist, trägt den Namen von Alfred Engel. Hier verfügt der SV Rot-Weiß Merl erstmals über ein Vereinsheim, das in Eigenregie ausgebaut worden ist.

Der neue Standort der Sportanlage hängt maßgeblich mit der Rahmenkonzeption Merl-Steinbüchel zusammen, die als Gesamtpaket Merls neue Nahversorgung, eine neue Zuwegung zu den Nahversorgern über den Kreisverkehr sowie eine neue Wohnbebauung vorsah. Dafür mussten der Rasen- und auch der Tennenplatz weichen.